nathschlaeger.com

Notizen

Streets & Silence

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Ich nahm ein Bad und lauschte dem Gesang des Wasserhahns
bis meine Finger schrumpelig wurden und meine Ohren taub
und später stand ich nackt am kalten Fenster
und sah in das Geplärr der Straße hinab.

Es war ein winkelschiefer Sonntag, der in den Angeln quietschte
ein Tag für Tee und verschlossene Türen
aber ich nahm die Kamera und drehte mich
damit auf der Straße in poetischen Kreisen

Ich sah in Farbe und schwarzweiß, ich sah das Alte fallen und das Neue
auferstehen, ich spürte das Dröhnen der U-Bahn und den Atem
der Menschen in ihr auf meinen Fußsohlen
ich war auf der Straße und schritt durch handgestrickten Nebel zum Fluss

Bitte kein Bild von mir, sagte ein Frau mit Kind und lächelte sepia
ein Jugendlicher verzog anzüglich das Gesicht und küsste sein Mädchen
ich sah sie scharf umrissen, in diesem Schwarzweißfilm laufen
jede Bewegung ein jugendlicher Stich ins alte Herz

Ich nahm die U-Bahn und wir wogten wie Seetang
Mädchen mit weißen in-ear Kopfhörern und alte Frauen mit kaltem Salat & Fisch
von der Nordsee, Jungs mit Jeans von H&M oder C&A, egal
jetzt waren wir alle nur Passagiere und ja, ich habe sie alle gesehen

Als der Tag in sich zusammenstürzte und kraftlos in den Seilen hing
ging ich nach Hause, um Wärme zu suchen und die Bilder zu sichten
ich blieb bis lange nach Mitternacht auf und schrieb jedem einzelnen
ein langes, ungereimtes Gedicht.







Written by Peter

Februar 7th, 2010 at 3:33 pm

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Website überarbeitet

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Leute, ich habe ursprünglich vorgehabt, mir das neue, öffentliche Bücherregal Ecke Westbahnstraße und Zieglergasse anzusehen - ein paar alte Bücher hinbringen und was Neues abstauben - aber da sah ich aus dem Fenster, und was soll ich Euch sagen? Drauf geschissen! Echt kein Wetter, um in einer Großstadt aus dem Haus zu gehen.

Also habe ich die Zähne zusammengebissen und die längst fällige Anpassung und Erweiterung meiner Website vorgenommen. Es gibt eine neue Rubrik: Erzählungen, in denen aktuell meine vier wichtigsten Langerzählungen gelistet sind. Ich hab ein wenig am design gepfriemelt, also schaut´s Euch an und schreibt mir doch mal, wie es Euch gefällt :-)

http://www.nathschlaeger.com

Written by Peter

Februar 7th, 2010 at 1:51 pm

Mitternachtsdom - Coverentwurf

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Aber nur, weil ich so verspielt bin :-)

Written by Peter

Februar 6th, 2010 at 5:25 pm

Posted in Über das Leben

Rezensionen sind mehr als “Daumen hoch”

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Ein sehr interessanter und klug verfasster Artikel zum Wesen der Kritiken und Rezensionen findet man auf Junge World: http://jungle-world.com/artikel/2010/04/40262.html:

Leider sind die Kritiken nicht selten allein deshalb »meinungsstark« geschrieben, weil sich der Kritiker als kritischer Geist auszuweisen versucht. Der Kritiker bewirbt sich also selbst. Generell gilt: An die Stelle von textlichen Kriterien treten geschmäcklerische Urteile, auf die Einordnung in das Werk des Autoren wird zugunsten des Porträts verzichtet, manch ein kritischer Einwurf wird gleich ganz zugunsten der Nacherzählung des Medienspektakels um das Buch geopfert. Wer wissen will, welche literarische Qualität der Text »Feuchtgebiete« hat, und Begründungen sucht, der sucht in den unzähligen Kritiken vergebens.

Written by Peter

Februar 1st, 2010 at 6:29 pm

Posted in Kritik

IPAD am Wegesrand

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Im Jahr 1971 erschien der Science Fiction Roman: Picknick am Wegesrand. Er wurde von Arkadi & Boris Strugazki verfasst, und erzählt eine merkwürdige Geschichte. Außerirdische landeten auf der Erde, erschufen sechs Zonen, in denen die Naturgesetze nur noch wenig Bedeutung haben, und hinterließen … nun, sagen wir mal: Müll.

Die Geschichte veranschaulicht, dass sich die Menschen einerseits sehr rasch mit den Zonen arrangierten, jedoch der Tatsache, dass Außerirdische hier waren, und keinerlei Interesse daran zeigten, mit uns Kontakt aufzunehmen, hilflos gegenüber stehen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines Stalkers, also eines Mannes, der es sich zum Beruf gemacht hat, in die Zonen einzudringen, und von dort außerirdische Artefakte zu bergen, um sie verkaufen zu können. All diese Dinge sind an und für sich wunderbar, geradezu magisch und auf jeden Fall nicht von der Erde, andererseits scheinen sie aber auch keinen Nutzen zu haben. man kann sie für nichts verwenden. Da sind zum Beispiel zwei runde Scheiben, die von einem nicht nachweisbaren Energiefeld eine konstante Distanz von zwanzig Zentimeter einhalten.

Als nach langem und marketingtechnisch schlauem Hin & Her endlich der IPAD von Steve Jobs präsentiert wurde, musste ich an die Gebrüder Strugazki denken; an sie und an den Roman: Picknick am Wegesrand. Konnten diese russischen Jungs in die Zukunft sehen?

Written by Peter

Januar 30th, 2010 at 12:30 pm

Posted in Kritik, Über das Web

Nein, wir zahlen nicht

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Hier ein sehr guter und knackiger Artikel aus dem Weblog der Autorin Nicole Rensmann über das Unwesen von Bezahlverlagen und über die Medien, die ursprünglicherweise recherchierend ein Qualitätsmesser der rezensierten Bücher waren, und heute augenscheinlich nur noch in ihren Blättern erwähnen, was bezahlt wird: http://www.blog.nicole-rensmann.de/?p=5120#comments

Das Gegenteil allerdings ist auch nicht ohne. Wenn zum Beispiel Verlage Bücher en gros verschenken um dem Titel einen Platz in der Bestsellerliste zu garantieren: http://www.if-blog.eu/2010/01/marketing-mit-bestseller-listen/

Written by Peter

Januar 25th, 2010 at 4:00 pm

Posted in Kritik

Wer ist Nibis Amida?

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So leid es mir auch tut, auf diese Frage wird es keine befriedigende Antwort geben. Einige Hinweise kann ich anbieten, nur einige wenige Anhaltspunkte. Nibis Amida ist ein Tempeltänzer, ein Dämon, ein ägyptischer Magier, der einst eine Dynastie in den Untergang trieb, er ist die dunkle Seite vom Schreiber Neferti. Er ist ein Gottseibeiuns, ein erotischer Teufel, ein Verführer und Serienmörder. Es ist ein Name, den ich verwende, wenn ich von der dunklen Seite schreibe, von jenem Teil, der uns ebenso anzieht wie auch in Angst und Schrecken versetzt.

Und natürlich ist “Wer ist Nibis Amida?” der Titel einer Novelle, an der ich gerade schreibe.
Die Handlung setzt auf einem unveröffentlichten Roman von mir auf, der den Arbeitstitel: “Die Träume einer schlafenden Katze” hat. Zur Handlung des Romans möchte ich eigentlich nichts sagen, zu der Entstehungsgeschichte allerdings schon.
“Die Träume …” war die Fortsetzung eines Romanprojekts namens “Sphere”, eine Art halluzinatorische Sci-Fi Geschichte voll mit abgründigen, bösen und gewalttätigen Szenen. Es gab mehrere Ansätze, mich Nibis Amida anzunähern. Im ersten Entwurf war er einfach die Summe allen Begehrens, an dem der Einzelne scheitert, das fleischgewordene Versprechen, das Unsägliche zu erfüllen. Später kamen spirituelle Werte dazu. Schlussendlich wurde aus ihm ein “Wild Boy”, ein besessener und sadistischer Kämpfer wie aus Burroughs Western Lands.
Man könnte zusammenfassend sagen, Nibis Amida steht stellvertretend für all das, was wir zuinnerst begehren, und an dem wir nur scheitern können; ausgebrannt, verzagt und gekrümmt, davontaumelnd wie betrunkene, graugeschminkte Clowns auf hochhackigen Schuhen.

In der aktuellen Novelle “Wer ist Nibis Amida” erzähle ich von einer Weltraummission, die ganz und gar versagt, weil das Gegenteil von dem erreicht wird, was angestrebt wurde. In nicht allzuweiter Ferne entdecken Astronomen ein mondgroßes Objekt, welches auf seinem Weg durchs All auch durch unser Sonnensystem kommt. Bald stellt sich nicht nur heraus, dass das Objekt größer ist als unser Erdmond, sondern auch, dass es augenscheinlich aus siebenundzwanzig Stücken besteht, die irgendwie zusammenhalten. Noch später stellt sich heraus, dass die einzelnen Brocken untereinander mit Stahltrossen verbunden sind. Dies ist auch der Startpunkt für die Vorbereitungen einer Mission zu dem Eindringling. Die Vorbereitungen dauern mehrere Jahre, ein neues Shuttle wird gebaut, die Besatzung ist international. Die Menschheit hat ihre Scharmützel beigelegt, ihre Kriege aufgegeben angesichts der Tatsache, dass es da draußen vielleicht doch Leben gibt.

Die Mission zu diesem Objekt wird zum Gratmesser unserer Fähigkeit, uns gemeinsam einem großen Ziel zu widmen. Dem internationalen Team bleibt nach der Landung auf einem der Brocken nur ein schmales Zeitfenster, um soviel wie möglich zu erfahren, alles zu dokumentieren. Was sie herausfinden ist traurig, bestürzend und wird religiös verbrämt: Die siebenundzwanzig zusammengefügten Bruchstücke scheinen die Überreste einer planetaren Katastrophe zu sein, die von den wenigen, die überlebten, in dem sie dem Untergang nur knapp mit Raumschiffen entkamen, mit teils altmodischer aber wuchtiger Technik, aber auch mit undurchschaubar grandioser Technik zusammengefügt, stabilisiert und von einem Energieschirm umfasst wurden. Das Team stößt auf gewaltige Tempel und Friedhöfe, auf Überreste einer Zivilisation, die in einer Art spirituell orientierten Anarchie zusammenlebten und schlussendlich allesamt starben, als die Energiequelle des Schutzschildes nicht mehr erneuert wurde. Das Team entdeckt, dass es noch so viel zu erforschen gibt; es gibt Hinweise auf ein Dokumenationsarchiv, in dem nachzulesen wäre, wie die Welt aussah, bevor sie zerstört wurde, wer die Pilger anführte, wie es zum Bau dieser Welt gekommen war … aber die Zeit ist zu knapp. Ganz am Ende findet man drei Leichen auf der in Flugrichtung vordersten Ebene. Eine dieser Leichen hält ein Manuskript in Händen. Auf dem Deckblatt steht: “… sucht Nibis Amida” Als einer der Wissenschaftler in Panik versucht, das Manuskript aus den Händen des Toten zu befreien, zerfällt es zu Staub. Sie müssen aufbrechen. Sie haben tonnenweise Dokumentationsmaterial, Filme und Fotos und doch haben sie nichts. Sie standen am Ufer eines Meeres voller Erkenntnisse, sie standen davor, tiefe Einblicke in eine völlig fremde Kultur und Zivilisation zu bekommen. Die Frage, wer Nibis Amida sei, und die Aufforderung, ihn zu suchen, stürzt alle in ein vollkommenes Chaos, nicht nur die Mitglieder der Mission sondern die ganze Welt.

Denn als sie herausfinden, dass Nibis Amida die erfundene Figur eines Romans ist, der 1998 geschrieben und in einem Kleinverlag veröffentlicht wurde, wird alles nur noch undurchsichtiger … Und damit endet auch die Geschichte.

Böser Peter.

Written by Peter

Januar 25th, 2010 at 10:15 am

Lesenswertes

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Zunächst einmal ein Link zu einem Artikel auf Weltwoche.ch: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-02/artikel-2010-02-medien-eklat-um-das-monster.html zum Thema Thesenjournalismus.

Dann hätte wir da was Feines zum Thema Big Brother oder wie Fernsehsender ihr Publikum bescheißen bei der FAZ: http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2010/01/13/big-brother-und-das-haus-der-verlorenen-seelen.aspx

Und dazu passend, die elende Geschichte der Daniela Katzenberger auf Presseportal.de: http://www.presseportal.de/pm/6952/1536256

Und als Abschluss hier ein Originalzitat aus dem Artikel aus der FAZ (Verfasst von Peer Schader).

Dem Medienpromimagazin “clap” hat RTL-2-Unterhaltungschefin Julia Nicolas erzählt, für sie sei “Big Brother” ein “Reality-Programm mit echten Menschen” – wobei mit “echt” in diesem Falle allenfalls gemeint sein kann, dass alle aus Fleisch und Blut sind und nicht irgendwelche Außerirdischen oder Formwandler. Für die Programmmacher im Privatfernsehen ist dieses “echt” eine Art Qualitätskriterium, das dem Publikum signalisieren soll: Wir sind ganz nah dran an der Realität. An welcher, wird selten dazu gesagt.

Aber wahrscheinlich ist die eigentliche Begabung der “Big Brother”-Macher sowieso, all die verlorenen Seelen in diesem Land aufzuspüren, die man auf keinen Fall ins Fernsehen lassen sollte. Um dann mit ihnen genau das Gegenteil zu unternehmen.

Written by Peter

Januar 14th, 2010 at 1:22 pm

Über die eingetragene Partnerschaft

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Marco Schreuder von den Grünen (Dessen Engagement ich überaus schätze), hat auf seinem Blog einen Beitrag über die in Österreich neue Eingetragene Partnerschaft verfasst. Anlass dazu ist, dass diese Eingetragene Partnerschaft nun auch auf dem Meldezettel vermerkt wird:

Marcos Blog: http://www.marco-schreuder.at/2010/01/der-neue-meldezettel-mit-eingetragener.html

Ich habe ihm darauf folgenden Kommentar im Blog hinterlassen:

Servus Marco,

Ist die rechtliche Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft exklusiv gleichgeschlechtlichen Partnern vorenthalten? Denn nur wenn dies so wäre, wäre der Eintrag einer Partnerschaft (Oder deren Auflösung) auf dem Meldezettel ein eindeutiger Hinweis der sexuellen Orientierung.

Da Homosexualität nicht strafbar ist in Österreich frage ich mich natürlich, welche Art von Datenmißbrauch mit den neuen Informationen auf dem Meldezettel betrieben werden können?

Menschen, die sich heute in einer Partnerschaft zueinander bekennen, wollen dies ja wohl auch bis zu einem gewissen Grad amtlich machen - und wenn´s dann amtlich erfasst wird, dann passt´s auch wieder nicht?

Die Heteroehe ist ja auch auf dem Meldezettel vermerkt - also warum soll es da einen Unterschied geben?

Mein Freund und ich sind seit 15 Jahren zusammen und werden uns vermutlich für die eingetragene Partnerschaft vormerken lassen. Und ich wünsche mir schon, dass auf dem Meldezettel steht, was Sache ist. Man muss nicht stolz darauf sein, dass man schwul oder hetero ist - aber man sollte auch keine Angst davor haben, dies in allen Lebenslagen als Teil der eigenen Persönlichkeit anzuerkennen.

Und je mehr Partnerschaften eingetragen sind und dies auch auf den Meldezetteln vermerkt ist, desto selbstverständlicher wird auch für alle Mitmenschen der Umgang mit dieser Tatsache.

Outen kann man sich nur ganz oder gar nicht. Ein bisserl outen gilt nicht.

lg/Peter

Written by Peter

Januar 14th, 2010 at 9:41 am

Ziviler Ungehorsam

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Ich mag zivilen Ungehorsam, die Bockigkeit des Bürgers, seine Widerstandskraft gegen Flüsterer, Verführer und politische Marktschreier. Der zivile Ungehorsam brachte der FPÖ regen Zulauf von vor allem jungen Wählern, die es “denen da oben” mal so richtig zeigen wollen, weil die FPÖ Politiker eine so leicht verständliche, schuldzuweisende und schneidig-zynische Sprache sprechen. Inzwischen sollte sich bis zu den jungen FPÖ Wählern herumgesprochen haben, dass die Urmotor der FPÖ nicht ziviler Ungehorsam ist, sondern Kadergehorsam und kleinbürgerliche Gehässigkeit.

Ich orte den zivilen Ungehorsam jedoch wo anders: Arigona Zogaj wird diese Woche 18 Jahre alt und könnte nun ohne ihre Mutter in den Kosovo abgeschoben werden. Da wir in Zeiten blitzschneller Kommunikation leben, kann dies nicht mehr bei Nacht und Nebel geschehen: ge-twittert und ge sms´t sind Neuigkeiten schnell überall abrufbar.

Robert Misik erläutert in seinem Text zum Thema:

Diese Woche feiert Arigona Zogaj ihren 18. Geburtstag. Aber Grund zur Freude ist das für sie keiner: Ab jetzt könnte sie auch ohne ihre Mutter abgeschoben werden. Aber lassen wir unsere Phantasie spielen: Stellen wir uns vor, irgendwann holt sie ein polizeiliches Überfallkommando von zu Hause ab. Das wird sich nicht verheimlichen lassen. Und dann fahren die sie zum Flughafen. Und stellen wir uns vor, da ist ein Flugzeugpilot, der sagt: Nein, dieses Flugzeug flieg ich nicht. Oder stellen wir uns vor, man kriegt das mit, dass sie abgeholt wurde. Das verbreitet sich in Windeseile über soziale Netzwerke. Und dann fahren ein paar tausend Menschen zum Flughafen. Legen die Autobahn lahm. Klettern über den Zaun, setzen sich auf die Rollbahn. Schreiben der Innenministerin von der Christenpartei ins Stammbuch: Was ihr meiner Nächsten antut, dass tut ihr mir an. Und sagen: Hurra, wir kapitulieren nicht vor den Bösmenschen.

Dem schließe ich mich vorbehaltlos an. Seid ungehorsam und unbotmäßig, eigenwillig und wirklich bürgerlich. Wenn der Tag kommt, an dem das Mädchen abgeschoben werden soll, verbreitet die Neuigkeit mit allen technischen Mitteln. Und dann gehen wir auf der Autobahn spazieren, machen ein Sit-In am Flughafen - und vielleicht verweigert der Pilot wirklich den Flug. Es kann und darf nicht sein, dass in Österreich dem Willen einer aufgehetzten, instrumentalisierten Bevölkerung gefolgt wird, einer böswilligen und hasserfüllten Unmenschlichkeit, die sich daran labt, jemand ausgeliefert und verstoßen zu wissen!

Written by Peter

Januar 11th, 2010 at 10:53 am

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