Ein sehr interessanter und klug verfasster Artikel zum Wesen der Kritiken und Rezensionen findet man auf Junge World: http://jungle-world.com/artikel/2010/04/40262.html:
Leider sind die Kritiken nicht selten allein deshalb »meinungsstark« geschrieben, weil sich der Kritiker als kritischer Geist auszuweisen versucht. Der Kritiker bewirbt sich also selbst. Generell gilt: An die Stelle von textlichen Kriterien treten geschmäcklerische Urteile, auf die Einordnung in das Werk des Autoren wird zugunsten des Porträts verzichtet, manch ein kritischer Einwurf wird gleich ganz zugunsten der Nacherzählung des Medienspektakels um das Buch geopfert. Wer wissen will, welche literarische Qualität der Text »Feuchtgebiete« hat, und Begründungen sucht, der sucht in den unzähligen Kritiken vergebens.

