27.01.2019

Reisetagebücher



Obwohl ich hier im Blog über Reisen und Literatur schreiben will, habe ich auf meiner Hauptseite www.nathschlaeger.com eine Unterseite eingerichtet: reisen.nathschlaeger.com. Dort sammle ich die Reiseberichte ein, die ich seit 2010 auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlicht habe - vor allem die über unsere Reisen nach Kuba.

Ich habe seit 2010 auf der Plattform gay-reiseforum.de Reiseberichte verfasst, und weil ich im Lauf der Zeit öfters die Plattformen gewechselt habe, auf denen ich die Bilder veröffentlichte, sind die Beiträge dort zerklüftet und oft fehlen die Bilder.

Dann habe ich alle Berichte sozusagen unter einem Dach. Bis jetzt habe ich ein paar Berichte über Kuba veröffentlicht, ich muss jetzt noch nach Grammatikfehler suchen und nach veralteten Informationen. Einiges hat sich ja im Lauf der Zeit geändert.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich pfeife auf instagramable Fotos und beschönigende Berichte. Es ist zum Teil sexistisch, politisch nicht korrekt und eigenwillig. 

26.01.2019

Ablenkungsfreies schreiben


Vielleicht waren Schriftsteller früher stets auf der Suche nach dem besten Papier, der besten Tinte, der Schreibmaschine mit dem angenehmsten Anschlag oder schönsten Schriftbild - heute kann man als Schriftsteller herrlich die Schreibarbeit vor sich herschieben, in dem man ständig nach neuen Schreibapps sucht. Wobei ich ganz gerne zwischen Produktivtools unterscheide wie zB. Textmaker, Scrivener, Ulysses, Papyrus Autor, und den fancy Apps wie Ommwriter oder Zenwriter; letzterer hat bei mir einen Stein im Brett.

Ich hatte Zenwriter schon mal vor etwa fünf Jahren und ich benutzte die App für das Verfassen von Rohversionen. Der Vorteil war, dass man in der App festlegen konnte, wo die Dateien -und in welchem Format sie gespeichert werden.
ZenWriter ist eine Distraction-free Writing App. Das "Distraction Free" meint entweder, dass eine App nicht mehr kann, als Text zu verfassen, oder dass alle Funktionen zur Verwaltung des Textes gut versteckt und nur über Kontextmenüs oder versteckten Menüs via Mousevover verfügbar sind.

In seiner neuen Version wurde ZenWriter sowohl innen wie auch außen komplett umgekrempelt, was zumindest bei der reinen Außenansicht, also der Schreibumgebung sehr elegant und edel anmutet. Die Änderungen unter der Haube nehme ich jetzt mal so hin, finde aber, dass sie für die Benutzbarkeit drei Schritte zurück, oder in die falsche Richtung sind.
Vor dieser Version also war die frühere Version von ZenWriter eine App, die Dateien verwaltete, die in Ordnern und in Dateiformaten abgelegt waren, die man beliebig verschieben, austauschen und mit anderen Programmen weiter bearbeiten konnte. Das Hauptformat war *.rtf. Abgesehen davon konnte man bei der Installation des Programms - wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, festlegen, wohin das Programm installiert wird.

Das ist jetzt alles anders und nicht unbedingt besser. Das dicke Plus bleibt die wunderschöne, inspirierende Oberfläche, das stimmige Gesamtbild. Aber während so ziemlich jeder, der heute Apps und Programme herstellt, darauf achtet, nach möglichst allen Seiten verbindbar zu sein, durch gemeinsame Dateiformate, Export- und Importfunktionen, cloudbasierte Dateispeicherung, geht man bei Beenokle einen ganz anderen Weg und schließt ZenWriter hermetisch ab.

Die Installation verläuft ohne Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen. ZenWriter legt sich dann auch gar nicht in eines der üblichen Windows Verzeichnisse wie: C:\Program Files oder C:\Program Files (x86), wo man es eventuell herausfischen könnte, um zu versuchen, es auf einem USB-Stick in Betrieb zu nehmen. Nein, es installiert sich in C:\Users\user\AppData\Local\Programs\zen-writer, und speichert alles in Datenbankstrukturen, die dann hier liegen: %APPDATA%\ZenWriter, %LOCALAPPDATA%\ZenWriter. Man kann den Text dann nicht einmal direkt per copy &paste schnell mal als Plaintext irgendwohin kopieren, sondern muss die Exportfunktion nutzen, de ZenWriter anbietet, und da gibts zur Auswahl nur HTML und PDF. Und obschon der HTML-Export recht hübsch ist, ist mir das einfach zu wenig.

Andererseits, folgt man der Direktive des Schriftstellers Andreas Eschbach, dann gehört einem, auch in Bezug auf Datenverarbeitung, nur, was man bei sich hat. Auf dem PC oder dem Apple. Das Ablegen der erzeugten Dateien in Datenbanken, die im System relativ versteckt sind, bekommt da seinen ganz eigenen Charme.

Für Rohentwürfe bevorzuge ich ja, wenn ich nicht gerade eine der oben genannten Produktivtools nutze, TXT oder RTF als Dateiformat, weil man damit eine Ausgangsbasis hat, den Text überall anders weiter zu verwursten.

Und daraus ergibt sich meine Wunschliste an die Freunde von @beenokle:
  • Macht den ZenWriter portabel
  • Bietet mehr Exportformate
  • Kehrt zurück zur betriebssystembasierten Dateiverwaltung. Das monolithische Einschließen der Dateien in Datenbanken ist sowas von 1980  
Danke :-)


12.01.2019

Reisen & Schreiben. Reiseschriftsteller


Die Stories, mit denen die Firma Moleskine ihre Notizbücher bewarb, waren einerseits um Ernest Hemingway gerankt, der angeblich in seiner Zet in Paris in Cafés saß und dort die kleinen, schwarzen Notizbücher voll schrieb, und andererseits um Bruce Chatwin, einem Reiseschriftsteller, der seine Impressionen ebenfalls in diese Notizbücher schrieb.

Beides ist Legende und gut erfunden, um dem Käufer und Inhaber eines Moleskine-Notizbuches ein bestimmtes Lebensgefühl mitzugeben. Der ganze Web-Auftritt von Moleskine ist darauf ausgelegt, das Alte, Handschriftliche, das Individuelle in das modern-urbane einzupflegen.

Würde ich Reiseberichte schreiben (hab ich doch schon, aber die sind irgendwo verschüttet, furchtbar subjektiv und es geht nur um Kuba, Kroatien, Gran Canaria, Rumänien ...), würde ich heute kein Moleskine Notizbuch benutzen oder irgend ein anderes, sondern meinen Laptop oder das Tablet mit einer bestimmten App. Für Reiseberichte und (Reise)Tagebücher bieten sch vor allem DayoneApp und DiaroApp an. Beide hab ich getestet und bei Diaro bin ich hängen geblieben. Der Grund ist einfach: Während man Dayone nur über die App selbst befüllen kann, und mir die Herumfitzlerei auf den Minitastaturen auf Tablets und Smarthones zuwider ist, gibt es für Diaro ein ausgereiftes Webinterface, das sämtliche Funktionalitäten der App abbildet. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist auch die Synchronisationsmethode von Diaro; die benutzen nämlich die Dropbox, wenn man das will. So hat man immer alle Files in der eigenen Dropbox und kann beispielsweise mit der Windows 10 Filehistory den gesamten Ordner \apps\Diaro wegsichern.

Doch über was soll man als Reiseschriftsteller noch schreiben? Es gibt hervorragende Blogs wie zum Beispiel Follow your trolley, in dem es sehr informative und gut verfasste Artikel gibt, obwohl mir bei einigen Beiträgen zuviel Lifestyle und Schickimicki durchsimmert. Außerdem scheint der Blog grad still zu stehen, nachdem die Autorin Jeanette einen ziemlich hantigen, aber grandiosen Abgesang auf Reiseblogs verfasste, die unbedingt lesenswert sind. Die Instagramtraveller, die ihre Reiseziele rein nur nach der Instagramability auswählen, kriegen da jedenfalls ganz schön ihr Fett weg.

Wollte ich also auch über das Reisen schreiben, in welcher Nische sollte ich mich einkuscheln? Ich bin kein Lifestyle-Typ, ich bin nicht modisch, ich bin nicht fotogen und ich mag an mir keine wehenden, weißen Leinentücher im Südseewind, fotografiert vor dekorativen Windlichtern. Nein. da muss ich anders rangehen.

Eine Möglichkeit wäre, darüber zu berichten, was ich auf den Reisen erlebt habe, auch, wenn es sehr persönlich wird, und wie ich die Reisen erlebte. Also weniger darüber reflektieren, wo ich bin oder wohin ich reise, sondern darüber wie es mir dabei ergangen ist. Wie wäre es mit Durchfall nach zu viel Rum-Sauferei auf dem KLM-Heimflug, bei dem nach jedem Toilettenbesuch die Stewardess neben der Toilettentür stand, um zu prüfen, ob ich vielleicht eine Zigarette geraucht habe? Oder ein paar Worte über jenen verregneten Nachmittag, als Richard und ich unter dem Palmendach des verlassenen Strandes der Playa del Este auf Kuba saßen, bekannt als Mi Cayito, und dort mit Freunden aus Kuba Bier tranken, dem Prasseln des Regens zuhörten, Brathendl aßen und später halb trunken im Regen zur Brandung liefen, um in aller Wildnis nackt schwimmen zu gehen? Oder ein paar Worte darüber, als ich die Laterne im Lenin-Park in Havanna fand, in deren Licht der von der Politik gejagte Reinaldo Arenas seine Texte schrieb, und mich nicht dagegen wehren konnte, zu weinen?

10.01.2019

Ein neuer Anfang


Mein letzter Versuch, einen Blog zu führen, ist wohl zwei Jahre her. Es war ein Sammelsurium mit politischen, kritischen und blöden Beiträgen, es waren Reiseberichte und Softwaretests. Kunterbunt also. Jetzt versuche ich es erneut und möchte mich auf zwei Themen beschränken:

  • Reisen
  • Schreiben

Also alles, was mit Reisen zu tun hat

  • Buchen
  • Anreisen
  • Ankommen
  • Umsehen
  • Genießen

Und alles, was mir zum Thema Schreiben einfällt

  • Literarische Methoden
  • Stilmittel
  • Leseempfehlungen
  • Reisen & Schreiben
  • Tools & Programme
Naturgemäß wird es speziell bei unseren Reisen um Kuba gehen, was wir dort mit wem und wie erlebt haben. Mit welchen Linien wir fliegen, wie wir buchen, etc ... 

Ich werde sehr unregelmäßig schreiben, verlasst Euch drauf!

Der Tod eines Buches

Bücher können sterben. Das ist natürlich ein schauerromantischer Denkansatz, aber ja, ich glaube, dass Bücher sterben können. Damit meine...