05.02.2019

Mein aktuelles Setup

Um die Arbeit an den Texten vor mir herzuschieben, spiele ich oft und gerne mit diversen Apps herum und versuche so (das rede ich mir zumindest ein), meine Schreibprozesse zu durchleuchten, sie zu hinterfragen und vielleicht aufzubrechen. Habe ich bis vor Kurzem noch geschwärmt von Distractionfree Writing-Apps wie Omm-Writer oder ZenWriter, habe ich mich schon nach recht kurzer Zeit wieder von diesen Tools getrennt, weil sie zu sehr in sich geschlossen sind. ZenWriter erzeugt überhaupt keine Outputfiles, außer, man exportiert den in einer Datenbank in der App gespeicherten Text.

Nach einigem Hin & Her finde ich immer wieder zu einem Setup zurück, das sich bewährt hat.


Grundsätzlich verfasse ich alle Romanentwürfe in Papyrus Autor. Ich habe einige andere Programme ausprobiert und bin immer wieder zurück zu Papyrus Autor, auch wenn es altbacken aussieht, wie für WindowsNT geschrieben. Aber das ist egal. Ich nutze auch nicht den vollen Leistungsumfang des Programms, weil ich dazu tendiere, einfach zu schreiben und nur wenig zu planen. Die Figurendatenbank nutze ich gerne, weil ich ein Schussel bin. Außerdem macht mir das Herumgepfriemle irgendwie Spaß. Die Stilanalyse benutze ich nie, dafür bin ich froh, dass der Duden-Korrektor an Bord ist und pfeilschnell arbeitet.


Für Notizen aller Art, quasi mein Hirn, verwende ich Evernote. Auch für dieses Programm habe ich Alternativen gesucht und ausprobiert, zB sehr minimalistisch Simplenote oder Google Notes, aber die Handhabung von Evernote liegt mir einfach mehr. Ordner, Unterordner, durchsuchbare Anhänge, der Clipper ... in Evernote speichere ich nicht nur allerlei privaten Krempel wie Reiseunterlagen, Reiseideen, Sätze, Zitate und Fahrpläne, sondern auch Exposés, Zusammenfassungen, was noch geschehen muss - ich habe die in Papyrus Autor Projekten zur Verfügung gestellten "Was noch geschehen muss" und "Beim Überarbeiten beachten" quasi in Files ausgelagert. Jedes Romanprojekt bekommt einen eigenen Ordner und dort gibt es dann Unterordner zu Orten, Personen und Ereignissen.

Um an Texten arbeiten zu können oder schnell mal ein Kapitel von unterwegs zu verfassen und da es Papyrus Autor (noch) nicht für Android Tablets gibt, verwende ich einen Markdowneditor, den ich auf dem Smartphone (Xiaomi MI8), dem Tablet (Huawei M5) und dem Laptop (Win10) installier habe, den IA Writer. Damit erzeugt man schlanke Textfiles, die man mit Markdown etwas in Form bringen kann, wenn man das möchte, und da der Ordner, in dem ich die Textdateien ablege, auf einem Cloudspeicher liegt, habe ich von allen Geräten zu jeder Zeit Zugriff auf die Texte. Plaintext in das Papyrus Dokument einzufügen, geht immer schmerzfrei.

Meine Überlegung ist, zB Kurzgeschichten und Tagebucheinträge (DayOne App) grundsätzlich nur noch in IA Writer zu verfassen, weil mich die weiße Leere in ihrer schlichten Eleganz sehr anspricht. Und was weiß ich, vielleicht schreib ich sogar mal eine Novelle auf dem Smartphone ...

Neee.






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