12.03.2019

Mein(e) Reisemensch(en)


Mein Lieblingsreisemensch 1 ist ja der Richard. Sowieso. Wenn man so lange zusammen ist, wie wir beide, nämlich rund 23 1/2 Jahre, dann kennt man sich und die Macken des anderen, man weiß aber auch die Zuverlässigkeit und Verwandtheit zu schätzen. Zumindest gehts es mir so. Unsere ersten Reisen führten uns Mitte der Neunziger mit dem Auto (In dieser Reihenfolge: Mazda 626, Renault Megane Cabrio, Renault Megane III, Mercedes A180, Mercedes CLA 200d) nach Walcz in Polen. Das sind recht lange Fahrten, und in den Zeiten vor Internet und Smartphones und Navis war das auch immer ein wenig ein Abenteuer mit mies gefalteten Karten, schlecht beschilderten Straßen in der Tschechei und in Polen, urplötzlich endende Autobahnen, die sich von vierspurig auf einspurig verjüngen, und so weiter und so fort.
2001 flogen wir beide das erste Mal gemeinsam auf Urlaub. Unser Ziel war das Hotel El Mehdi in Mahdia in Tunesien. Der Flug ging mit einer tunesischen Charterairline nach Monastir und von dort mit dem Jeep weiter nach Mahdia. Im nächsten Jahr ging es nach Griechenland, auf die Insel Karpathos, genauer gesagt, nach Amoopi ins Hotel Helios, 2005 und 2006 flogen wir nach Gran Canaria (Playa del Inglés, Hotel Rondo) und fuhren mit dem Auto immer wieder im August nach Porec in Kroatien.

Keine dieser Reisen verlief völlig reibungslos und schon gar keine ging verlustfrei von statten. Damit meine ich, man verlier immer irgendetwas: Die Geduld, einen Zettel, eine Brieftasche, die Nerven ... Aber was soll ich sagen? Wenn man erst einmal überzuckert hat, dass es so etwas wie reibungsfreies Reisen einfach nicht gibt, dann wächst man an der Herausforderung, es für beide Reisepartner so gut wie nur irgend möglich doch stressarm zu gestalten. Wir haben für uns herausgefunden, speziell, seitdem man sehr viele Reisevorbereitungen auf dem Smartphone treffen kann, dass ich für die Verwaltung der Reise zuständig bin: Tickets, Versicherungen, Unterlagen, Planung) und Richard für die Reise selbst, Geldplanung, Ausflüge und Aktivitäten vor Ort.


Machen wir Urlaub mit dem Auto, ist Richard für das Fahren verantwortlich, dafür bin ich ein herrlich schläfriger Beifahrer, verreisen wir mit dem Flieger, kümmere ich mich um die Flugbuchung und um die Taxis von und zum Flughafen.
Kofferpacken ist reine Routine; das, was früher, ganz zu Beginn, noch gestresst hat, ist jetzt der Routine gewichen. Man gibt sich im Alter ja gerne weise. Ich sehe das etwas anders und lehne mich an Hemingway, der sagte: Im Alter wird man nicht weise. Man wird nur vorsichtig. Und natürlich, wie ein altes Zirkuspferd kennt man die Manege; im Fall von Reisenden eben alles, was mit Reisen zu tun hat und dabei schief gehen kann: Autobahnen, die auf einmal enden, Flugzeuge, die verspätet starten und den Anschlussflug erheblich gefährden, streikende Fluglinienarbeiter, in der Fremde samt Sack & Pack auf einmal da stehen und improvisierten müssen - haben wir alles gehabt und alles gemeistert :-)

Über unsere Kubareisen werde ich mal einen gesonderten Bericht verfassen, in dem ich mich vor allem mit Fluglinien, Langstreckenflügen und Flughäfen befassen werde. Reiseberichte zu Kuba gibt es hier in Hülle und Fülle: https://reisen.nathschlaeger.com.


Mein zweiter Reisemensch ist Michael, mein Trauzeuge. Allein war ich erst einmal mit ihm unterwegs, und zwar im September vor zwei Jahren in Lignano, Norditalien, um von dort aus Ausflüge in die Gegend zu machen (Triest, Grado, Lido, Venedig, Udine, Cividale, Portogruaro ...)

Michael, auch sehr reise erfahren, ist die Ruhe selbst, so wie ich, und das führte zu einer fast rentnerhaften Harmonie zwischen uns, die nur dadurch aufgebrochen wurde, weil er mir mit viel Wissen und Lust die Schönheiten von Friaul zeigte, und ich sehr gerne mit ihm an der Seite Norditalien entdeckte.
Zuvor waren wir schon zwei Mal zu Silvester in Lignano. Unsere Trauzeugen Alex & Michael, um ihren Hund Sandro von der Silvesterknallerei zu beschützen und um selbst ein wenig zur Ruhe z kommen, wir, um eine andere Art von Silvester zu erleben. Das verlief beide Male sehr schön, zwischen Richard und mir aber nicht ganz konfliktfrei, weil wir beide recht unterschiedlichen Zugang zu den Aktivitäten in und um Lignano hatten.

Jedenfalls fahre ich dieses Jahr wieder mit Michael nach Lignano und werden da wieder nach dem Wein schauen, den es dort in Hülle & Fülle gibt und am Balkon sitzen und aufs Meer schauen und träumen. Die Rentnergang auf großer Sause, ha!

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