08.04.2019

Inspire Writer


Es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick

In früheren Blogposts habe ich schon öfter erwähnt, dass ich meinen Workflow ständig hinterfrage - besonders in Zeiten, in denen ich gerade aus der Arbeit an einem Rohmanuskript draußen bin und mir eine Atempause gönne, bevor ich mich an die Überarbeitung mache.

Seitdem ich (bis vor etwa eineinhalb Jahren) auf dem iPad die App Ulysses entdeckte, hatte sich die Vorstellung, ein leichtgewichtiges Programm zu nutzen, das nicht mehr bietet als reinen Text, bzw. Markdown, mit Projektverwaltung, nachhaltig bei mir eingenistet.
Ich hatte schon länger das Gefühl, dass zumindest für mich die Zeit der umfangreichen, eierlegenden Wollmilchsäue alá Papyrus Autor, Scrivener oder Patchwork vorbei war. Ein Blick auf die Art und Weise, wie ich Texte erfasse und bearbeite, zeigt mir, dass ich oft meinen Workflow, oder sagen wir mal, die Art & Weise, wie ich an einen Roman herangehe, an das Programm anpasse, das ich zum Verfassen nutze.
Der Effekt war: Je komplexer und mächtiger ein Programm ist, desto komplexer ging ich an die Arbeit, erfasste Notizen, legte Charakterblätter an, arbeitete mit Tags und Timelines und und und ...

Das hat meiner Schreibarbeit nicht unbedingt gut getan, eher sogar geschadet.

Die Auswahl an guten Markdown-Editoren für Windows ist unüberschaubar und vielfältig. Allerdings habe ich unter all den Editoren keinen gefunden, der mich auf Anhieb so für sich einnehmen konnte, wie Inspire Writer.

Umso glücklicher bin ich, dass ich diese App entdeckt habe; einen Markdown Editor, der ziemlich genau das kann, was ich will, und für mich eine komplette Scheibumgebung bietet.


Inspire Writer ist derzeit nur für die Windows Plattform verfügbar und wurde bislang in folgende Sprachen lokalisiert: Englisch, Italienisch, Rumänisch, Polnisch, Japanisch und Chinesisch. Und weil mir das Programm so taugt, habe ich den Entwicklern angeboten, es für den deutschen Sprachraum zu übersetzen. Das habe ich aus einem einigen Motiv gemacht: Ich wollte die App auf deutsch haben. Und da ich von Inspire überzeugt bin, würde es mich sehr freuen, wenn meine Übersetzung des Programms den Entwicklern einen neuen Markt erschließt, wo es als Markdown-Editor mit vielen anderen Apps in Konkurrenz tritt - und aus meiner Sicht, ganz entscheidende Vorteile hat.

Inspire Writer ist also ein Markdown Editor, in dem man seine Schreibprojekte in Ordner und Unterrdner zusammenstellen, und die Blätter beliebig beschlagworten und schlichten kann. Ordner heißen hier Gruppen, und Dokumente sind Blätter.

Was ist Markdown?

Markdown ist eine vereinfachte Auszeichnungssprache, die von John Gruber und Aaron Swartz entworfen und im Dezember 2004 mit Version 1.0.1 spezifiziert wurde. Ein Ziel von Markdown ist, dass schon die Ausgangsform ohne weitere Konvertierung leicht lesbar ist. Als Auszeichnungselemente wurden daher vor allem Auszeichnungsarten verwendet, die in Plain text und E-Mails üblich sind. Auch andere Auszeichnungssprachen mit ähnlichen Zielen zur Lesbarkeit – wie reStructuredText oder Textile – hatten Einfluss auf die Syntax. Der MIME-Type lautet text/markdown.[1]Eine Markdown-Konvertierungssoftware wandelt Text in gültiges und W3C-konformes XHTML um. Die Referenzimplementierung in Perl steht unter einer BSD-artigen Lizenz. Weiter sind inzwischen Implementierungen in den gängigsten Programmiersprachen wie C (z. B.[2]), PHP (z. B.[3]), Python (z. B.[4]), Go(z. B.[5]) oder JavaScript (z. B.[6]) sowie R verfügbar.  

 Vereinfacht gesagt ist Markdown nichts anderes als reiner Text (*.txt), in dem mit Hilfe von "Zusatzzeichen" die Darstellung des Textes beeinflusst wird.
Ein umfangreiches Cheat-Sheet zu Markdown gibt es hier: https://github.com/adam-p/markdown-here/wiki/Markdown-Cheatsheet.
Ja, das sieht alles fuchtbar kompliziert aus, ist es aber nicht, weil sogar ich es behirnt habe. Gemekrt habe ich mir nur die Auszeichnungen für Überschriften und Textmarkierungen. Bei allem anderen gehe ich seelbst ins Cheat-Sheet nachschauen.Der Vorteil ist: man braucht keine Maus mehr. Man kann die Hände auf der Tastatur lassen und navigiert im Text nur noch mit der Tastatur.

Inspire Writer bietet eine klare, bestechend einfache und logische Bedienung, und ein frisches, sehr einfaches Aussehen, das nicht nur so tut, als wäre es ablenkungsfrei, sondern wirklich so ist.
Organisiert wird all das, was man schreibt, in einer Datenbank, die Inspire bei der Installation und Angabe eines Cloudspeichers, in der Cloud ablegt. Von dort wird es ständig synchron gehalten, man muss nicht auf Speichern klicken. Inspire kümmert sich selbst sehr ausgereift um Backups (die ich zum Beispiel auf einer externen Festplatte ablege, falls mal das Internet explodiert)
Derzeit scheint es für die Arbeitsoberfläche nur ein Template zu geben, das man mit einer Auswahl sehr gut lesbarer Schriften verwenden kann. Ich gehe davon aus, dass die Entwickler von Inspire recht bald weitere Templates anbieten werden, damit die Benutzer die App noch besser auf ihre Bedürfnisse anbieten können.


Wie das alles meinen Workflow beeinflusst?
Ich verfasse das Rohmanuskript von Kurzgeschichten, Novellen, Erzählungen und Romanen in Inspire Writer, mache die (Duden)Korrektur in Textmaker und Danke schön, das war´s.

Das übersetzte *.ini File habe ich nun an die Entwickler geschickt und sobald ich einen abschließenden Test mit dem übersetzten Programm gemacht habe und alles passt, wird es nicht mehr lange dauern, bis es einen deutschen Release von Inspire Writer geben wird.
Für alle, die so etwas wie Ulysses für Windows suchen, tut sich hier eine wirklich spannende und schöne Möglichkeit auf!


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